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Einkaufs-Ratgeber für Inline-Skates
Sobald es wieder wärmer wird, stellt sich für den ein oder anderen die Frage, ob er sich ein neues Paar Inline-Skates kauft. Besonders für Erstkäufer ist die Entscheidung schwierig, da sich auf dem Markt eine große Anzahl an Modellen befindet. Neben der aktuellen Kollektion findet man oft auch Modelle aus der vorigen Saison, jeweils in allen Preisklassen.
Welcher Inline-Skate der Richtige ist, lässt sich nicht pauschal entscheiden, die Wahl hängt zu stark vom Einsatzzweck und den individuellen Wünschen des Besitzers ab. In den folgenden Abschnitten soll ein Überblick über die verschiedenen Arten von Inline-Skates, deren Ausstattungsmerkmale und eine Übersicht der gängigsten Fachbegriffe gegeben werden, um die Entscheidung beim Einkauf zu erleichtern.
Zum schnellen Nachschlagen ist der Ratgeber in folgende Abschnitte unterteilt:
Um die folgenden Kapitel verstehen zu können und um beim Einkauf nicht mit unbekannten Begriffen konfrontiert zu werden, folgt eine Aufzählung ausgewählter Begriffe mit kurzer Erläuterung:
Der schuhförmige Teil des Inline-Skates, ohne den darunter angebrachten Frame. Bei einigen Modellen ist der Innenschuh getrennt von der Schale und kann herausgenommen werden.
Äußerer Kunststoffteil des Schuhs, der dem Skate seine Festigkeit verleiht.
In die Schale eingelegter Innenschuh aus weichen Materialien.
Besonders weicher Innenschuh, der oft mit der Schale fest verbunden ist und nicht herausgenommen werden kann, was jedoch kein Nachteil sein muss.
Die Schiene befindet sich unterhalb vom Schuh und nimmt die Rollen auf. Die maximal zulässige Größe der Rollen, die in die Schiene eingebaut werden können, wird als Durchmesser in Millimetern angegeben.
Die Rollen werden über Kugellager auf den Achsen gelagert. Kugellager vermindern die Reibung zwischen Rolle und Achse so erheblich, ohne sie wäre Inline-Skaten nicht möglich. Der bei Inline-Skates augenblicklich gängigste Typ ist 608, einige Skates (insbesondere aus dem Speed-Bereich) verwenden auch den etwas kleineren Typ 688. Letzterer wird auch als "Microbearing" bezeichnet. Daher sollte man sich beim Kauf von neuen Kugellagern und/oder Rollen vorher informieren, welchen Lagertyp die eigenen Skates verwenden.
Einteilung von Kugellagern nach Fertigungspräzision. Höhere Werte stehen für eine bessere Verarbeitungsgenauigkeit. Kriterien wie die Materialqualität, die Ausführung des Innenkäfigs, sowie das verwendete Schmiermittel fließen nicht in die die ABEC Bewertung mit ein, sind jedoch für die Laufeigenschaften eines Kugellagers von entschiedener Bedeutung. Daher ist die ABEC Einstufung im Skate-Bereich nur bedingt aussagekräftig.
Nur bei Aggressive-Skates zu finden. Grindplates verstärken den Frame und vergrößern die Auflagefläche für Grinds (Tricks, bei denen nicht auf den Rollen gefahren, sondern auf Teilen vom Frame oder des Skates gerutscht wird). Der Grindblock sitzt in der Mitte zwischen den mittleren Rollen und bietet eine durchgehende Auflagefläche.
Die Größe wird als Durchmesser in Millimetern angegeben. Ihre Härte wird meist auf der Shore-Skala A angegeben. Je höher dieser Wert, desto härter ist die Rolle. Bei sehr harten Rollen (Werte >95) sollte auf die Shore D Skala gewechselt werden, da jede Shore Skala bei 100 endet. Diese Härten spielen im Fitness-Bereich jedoch keine Rolle. Im Aggressive-Breich werden kleinere und härtere Rollen als im Fitnessbereich verwendet. Je größer der Durchmesser, desto schneller kann man auf einer Rolle bei gleicher Kraftanstrengung fahren, da die pro Umdrehung zurückgelegte Strecke größer ist, allerdings ist ein Skate mit großen Rollen nicht ganz so wendig, wie ein Skate mit kleineren Rollen. Neben Durchmesser und Härte gibt es noch Unterschiede in der Rollenform. Während die typische Fitness-Rolle spitz zuläuft, um ihre Kontaktfläche mit dem Boden zu minimieren, sind Aggressive-Rollen meistens so genannte Flat-Top Rollen, die eine breite Auflagefläche bieten.
Inline-Skates kann man grob in 5 Gruppen einteilen, von denen die Letzte allerdings eine Randerscheinung darstellt. Praktisch alle Gruppen sind wiederum in Skates unterschiedlicher Preisklassen unterteilt.
Die größte Gruppe ist die der Fitness-Skates, manchmal auch Fun-, Recreational- oder Freizeit-Skates genannt. Sie ist oft die bevorzugte Wahl von Anfängern. Diese Inline-Skates bieten sowohl einen hohen Komfort beim Tragen und man kann mit ihnen relativ schnell fahren.
Die verschiedenen Preisgruppen unterscheiden sich hauptsächlich in Bequemlichkeit, Verarbeitung und einer Ausstattung mit qualitativ höherwertigen Komponenten, wie besseren Rollen und Kugellagern. Solches Zubehör ist zwar interessant, sollte jedoch keinesfalls beim Kauf stärker als die Passform der Skates beachtet werden! Gleiches gilt für den Preis: Skates, bei deren Kauf man gespart hat, obwohl ein etwas teureres Modell besser passte, können leicht zur Fehlinvestition werden, wenn es beim Tragen zu Beschwerden kommt.
Skates müssen passen. Wenn sie im Laden bereits leicht drücken, kann diese Druckstelle unterwegs zur Qual werden. Das muss nicht sein und verdirbt dem Spaß am Inline-Skaten. Inline-Skates sollten auch nicht zu groß gekauft werden. Von einigen Fitness-Modellen gibt es spezielle Damen-Modelle, die an die weibliche Fußform angepasst sind.
Früher waren die meisten Inline-Skates so genannte "Hardboots". Sie bestanden aus einer harten Schale, in die ein weicher Innenschuh eingelegt wurde. Dieser Typ bietet zwar viel Halt, ist aber für viele Skater nicht so bequem, wie die so genannten Softboots, die heute den Markt dominieren. Softboots besitzen oft keinen herausnehmbaren Innenschuh. Sie bieten Bequemlichkeit und eine gute Durchlüftung, die Skates mit einer festen, geschlossenen Schale manchmal vermissen ließen.
Fast alle Fitness-Skates werden mit einer Bremse geliefert. Hierbei gibt es unterschiedliche Techniken, von denen der einfache Stopper von vielen Skatern bevorzugt wird. Ausgetüftelte Bremssysteme sind eher für absolute Anfänger interessant. Beispielsweise bei dem ABT System muss man den Fuß mit der Bremse nur nach Vorne schieben und schon senkt sich der Bremsgummi auf den Boden. Der Vorteil besteht für Anfänger darin, dass sie beim Bremsen mit allen Rollen den Bodenkontakt beibehalten können. Andere Hersteller setzten auf eine Art Backenbremse, die dadurch betätigt wird, indem man sein Gewicht auf die hintere Rolle verlagert. Aktuelle Inline-Skates verfügen möglicherweise noch über andere Bauformen für Bremshilfen.
Höherwertige Modelle sind oft mit einer Metallschiene ausgestattet. Diese ist leichter, als ihr Gegenstück aus Kunststoff. Aber auch eine Plastikschiene wird bei normaler Beanspruchung nicht brechen.
Viele Modelle haben einen Schuh, der geschnürt wird, andere sind mit Schnallen ausgestattet. Die Schnürung hat den Vorteil, dass sie sich besser an den Fuß anpasst und man dadurch einen guten Halt im Skate hat, die Variante mit Schnallen ist schneller beim Schließen und Öffnen. Zu schnürende Inline-Skates haben teilweise auch Schnürhilfen, in die man die Schnürsenkel nach dem Festzurren einklemmen kann, um sie anschließend in Ruhe zuzubinden.
Manchmal liegt der Unterschied zwischen Modell A und einem etwas teureren Modell B nur in den Kugellagern und anderen Rollen. Wenn man Anfänger ist oder nicht so viel Geld zur Verfügung hat, kann man auch ruhig zu Modell A greifen - die Kugellager und Rollen ersetzt man früher oder später ohnehin.
Nicht jedes Modell kann besonders große Rollen aufnehmen. Wer nicht plant, besonders schnell zu fahren, braucht dieses nicht zu beachten. Ansonsten sollte man sich vor dem Kauf über die maximal einsetzbare Rollengröße informieren, damit es später keine Enttäuschungen gibt.
Für Kinder mit kleinen Füßen gibt es über mehrere Größen verstellbare Kinderskates, die sich der jeweiligen Fußgröße anpassen lassen. Außerdem schont es ein wenig den Geldbeutel der Eltern, da nicht ständig neue Skates in der nächsten Größe angeschafft werden müssen.
Zusammengefasst sind Fitness-Skates für all jene Skater interessant, die auf ebenen Flächen oder Wegen skaten, ihre Inline-Skates als Transportmittel oder zur sportlichen Betätigung einsetzen möchten. Wer schon jetzt weiß, dass es ihn in die Halfpipe zieht oder er Tricks erlernen möchte, der sollte von vorn herein Aggresive-Skates in Betracht ziehen.
"Aggressive" nennt man sie aufgrund des Fahrstiels ihrer Fahrer. Neben der Halfpipe und Miniramp machen sie auch alle Hindernisse, die Städte bieten können, unsicher. Um dies möglichst lange auszuhalten, ist dieser Typ von Inline-Skate besonders belastbar.
Aggressive-Skates nehmen nur kleine Rollen auf, die besonders hart sind. Sie sind zusätzlich flacher geformt, als Fitness-Rollen, was einen sicheren Stand, beispielsweise nach Sprüngen, bietet. Als Nachteil muss man jedoch eine geringere Maximalgeschwindigkeit und eine höhere Anstrengung beim Fahren langer Strecken in Kauf nehmen.
Die Schiene besteht aus stabilem Plastik. Dadurch kann sich zum einen auch bei hoher Belastung nichts verziehen, wie es bei Metall der Fall sein könnte, und zum anderen wird so Grinden erst richtig möglich. Metall rutscht gut auf Metall, Plastik hingegen auf unterschiedlichen Materialien. Der Abstand zwischen der 2. und 3. Rolle ist bei aktuellen Modellen erhöht, was das Grinden auf der Schiene erleichtert und früher oft verwendete Grind-Wheels überflüssig macht. Zusätzlich ist ein Plastikblock (Grindblock) eingearbeitet, der die Auflagefläche der Schiene vergrößert.
Die meisten Aggressive-Skates sind für das so genannte Street Skaten gemacht und zeichnen sich daher durch einen niedrigen, flexiblen Schaft aus, der Grinds erleichtert.
Aggressive-Skates werden normalerweise ohne Bremse geliefert. Oft ist eine nachträgliche Montage auch nicht vorgesehen. Daher sollte man bereits die Grundlagen des Skatens erlernt haben, bevor man auf Aggressive-Skates umsteigt.
Speed-Skates haben 5 Rollen. Sie sind sehr schnell, weisen aber trotz hoher Geschwindigkeiten gute Fahreigenschaften auf. Leider leidet darunter die Wendigkeit und auch Bremsen wird schwieriger. Die Schuhe sind niedrig und man muss sich daran gewöhnen. Für Skate-Rennen sind diese Skates die richtige Wahl. Leider ist ihr Preis hoch, der daher eine Anschaffung für Gelegenheitsfahrer nur schwer rechtfertigt.
Speed Skates kann man sowohl komplett, als auch in Teilen erwerben. So kann man sich seinen Schuh und seine Schiene nach individuellen Vorlieben auszusuchen. Beim Kauf von Speed Skates sollte man sich gut beraten lassen, auch um zu klären, ob 5-Rollen-Skates die eigenen Ambitionen die richtige Wahl darstellen.
Speed Skates besitzen keinen Stopper.
Diese Art von Skates sieht äußerlich den Fintess-Skates am ähnlichsten, jedoch sind sie trotz hoher Belastbarkeit wendig und schnell, was beim Inline-Hockey wichtig ist. Sie bieten eine gute Kraftübertragung für schnelle Bewegungen und sind an die Belastungen des Hockey-Spiels angepasst.
Hockey-Skates haben in der Regel keinen Stopper.
Zu dieser Gruppe gehören nur wenige Modelle. Während es mit den anderen Skate-Typen nicht möglich ist abseits von sandfreien und ebenen Flächen zu fahren, ermöglicht es einem diese Art von Skates auch über Parkwege und Rasenflächen zu fahren. Dies erreichen sie durch besonders große Rollen. Anfänger, die das herkömmliche Skaten erlernen möchten, sollten jedoch zu normalen Inline Skates greifen.
Durch die Verwendung von Kugellagern ist es möglich, mit Inline-Skates quasi über den Boden zu gleiten. Über die Kugellager werden die Rollen auf den Achsen gelagert. Die Lagerung minimiert die Reibung, so dass ein Gleiten mit Skates möglich ist.
Die Illustration zeigt ein geöffnetes Radiallager, ähnlich derer, die in Inline-Skates Verwendung finden. Deutlich sind die 7 Kugeln zu erkennen, die den inneren und äußeren Metallring miteinander verbinden. Teilweise finden auch Lagerungen mit mehr als 7 Kugeln Verwendung. Die Kugeln werden in einem so genannten Käfig festgehalten, der eine gegenseitige Berührung der Kugeln verhindert. Der Käfig mit den Kugeln ist frei beweglich.
Da ein fettfreies Lager in kürzester Zeit verschleißen würde werden Kugellager mit Fetten geschmiert oder geölt. Mit Fett geschmierte Lager sind weniger Anfällig gegen Schmutz, laufen dafür jedoch nicht ganz so leicht, wie geölte Lager und müssen unter Umständen erst ein wenig eingefahren werde, bis sie wirklich leicht laufen. Geölte Lager sind zwar schneller, bedürfen dafür jedoch einer besseren Pflege. Nicht jedes Kugellager lässt sich zur Reinigung öffnen.
Bei Inline-Skates kommen einreihige Rillenkugellager der Bauformen 608 und seltener 688 ("Micro-Bearings") zum Einsatz. Lager des Typs 608 haben einen Durchmesser von 22mm, eine Breite von 7mm und einen inneren Durchmesser von 8mm für die Achse. "Micro-Bearings" haben einen Durchmesser von 16mm und kommen meist nur bei Speed-Skates zum Einsatz. Beim Kauf von Ersatz-Kugellagern sollte darauf geachtet werden, die richtige Größe zu kaufen. Es gibt sowohl fest verschlossene Kugellager, als auch solche, die sich öffnen lassen.
Um die Qualität der Lager unterscheiden zu können, wurden die ABEC Klassen eingeführt. Für Inline-Skates werden in der Regel Kugellager mit ABEC 1, 3 oder 5 verwendet. Je höher die ABEC-Angabe, desto genauer wurden bei der Herstellung Fertigungstoleranzen eingehalten. Leider hat diese Einteilung für den Gebrauch als Skate-Lager nur einen bedingten Nutzen. Gute ABEC 3 Kugellager können deutlich besser als schlechte ABEC 5 Kugellager sein. Daher sollte man, wenn man auf Qualität wert legt, durchaus nicht auf No-Name-Lager ausweichen.
Oft besteht einer der wesentlichen Unterschiede zwischen dem einen Skate-Modell und einem etwas teureren Anderen im Wesentlichen nur in der Verwendung von ABEC 5 gegenüber ABEC 3 Kugellagern. Oftmals lohnt es sich nicht, besonders für Anfänger, nur aufgrund einer besseren Ausstattung mit Kugellagern ein anders Modell zu wählen, wenn das erste Modell bereits optimal passt. An erster Stelle sollte beim Kauf immer die Passform stehen.
Grundsätzlich ist die Reinigung und Schmierung eines Inline-Skate Kugellagers zwar möglich, ein Austausch ist jedoch einer Reinigung vorzuziehen.
Einige Kugellager lassen sich öffnen, indem man einen dünnen Verschlussring entfernt und dann eine Seitenwand herausnimmt. Die Lager sollte man nur mit speziellen Reinigungsmitteln säubern, die für die zu reinigenden Kugellager geeignet sind. Nach erfolgter Reinigung müssen die Lager sorgfältig getrocknet und anschließend gefettet oder geölt werden. Kugellager dürfen in Inline-Skates nie ohne Schmiermittel betrieben werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das gereinigte Lager bei der Reinigung nicht beschädigt (z.B. mechanisch oder durch Korrosion) und ausreichend gefettet und richtig zusammengebaut wurde. Aufgrund des mit einer Reinigung verbundenen Aufwandes und den Unfallrisiken, die man sich durch defekte Kugellager einhandelt, ist eine Reinigung nicht empfehlenswert.
Kugellager, die sich nicht öffnen lassen, sind zwar nicht zur Reinigung geeignet, dafür aber meist besser gegen Schmutz geschützt.
Kugellager, die Beschädigungen aufweisen, welche die Funktion beinträchtigen können, sollten auf jeden Fall sofort ersetzt werden.
Es gibt viele unterschiedliche Rollen für Inline-Skates. Gute und Schlechte, Teure und Günstige.
Skate-Rollen unterscheiden sich in Durchmesser, Härte, Form und Kern. Der Kern ist der innere Teil einer Rolle, ähnlich einer Felge. Um ihn herum befindet sich das Material (meist Polyurethan), auf dem man fährt. Je nach Aufbau des Kerns und seiner Massenverteilung haben die Rollen leicht unterschiedliche Laufeigenschaften.
Es gibt auch exotischere Rollen, die blinken, ein Profil besitzen oder mit einer Art Luftreifen ausgestattet sind. All dies ist jedoch eine Spielerei, die sich für den normalen Einsatz nicht lohnt.
Für Fitnessskates werden häufig weiche Rollen mit 72 bis 76 mm Durchmesser und einer Härte von ca. 78A verwendet. Die Härte wird meist auf der Shore Skala A angegeben, die einen Wertebereich von 0 bis 100 besitzt. Je geringer die Härteangabe, desto weicher ist die Rolle. Härtete Rollen nutzten sich langsamer ab als Weiche - allerdings wird auch die Fahrt holpriger und die Bodenhaftung ist geringer. Mit größeren Rollen kann man schneller fahren, da die pro Umdrehung zurückgelegte Strecke länger, als bei kleineres Rollen ist.
Gelegentlich wird im Zusammenhang mit Rollen auch vom so genannten "Rebound" gesprochen. Diese Angabe soll beschreiben, wie stark die Rolle zurückfedert, wenn man sie fallen lässt.
In Aggressive-Skates können nur kleine Rollen eingesetzt werden, die sich in der Regel zwischen 54 und 57 mm Durchmesser bewegen. Sie werden aus einem härteren Material als die größeren Speed- und Fitness-Rollen gefertigt. Durch die kleineren Rollen kann man besser manövrieren, aber auch nicht mehr so schnell fahren, wie es mit den größeren Fitness-Rollen möglich ist.
Der eigentliche Grund für kleine und harte Rollen ist jedoch nicht bei den Fahreigenschaften, sondern beim Grinden zu suchen. Zu große und/oder zu weiche Rollen blockieren hierbei leicht. Früher hat man die beiden inneren Rollen eines Skates durch besonders kleine und extrem harte Grindwheels ersetzt. Auf diesen Rollen wird nicht wirklich gefahren, da sie aufgrund der oft deutlich größeren äußeren Rollen auf ebenem Boden ohnehin keinen Bodenkontakt haben (es bleiben also praktisch nur 2 Rollen pro Skate übrig), sondern sie vereinfachen einem das Grinden auf der Schiene. Dadurch das sie dennoch rollen können, bleibt man beim überfahren von unebenen Stellen dennoch nicht so leicht hängen.
Moderne Skates haben zwischen der 2. und 3. Rolle einen größeren Abstand. Dieser ist bei der Verwendung von Rollen mit ca. 55mm Durchmesser zum Grinden ausreichend dimensioniert. Ein Anti-Rocker Setup mit Grindwheels in der Mitte wird daher heute nur noch seltener gefahren.
Im Gegensatz zu den kleinen Aggressive-Rollen verwenden Speed-Skater besonders große Rollen (ca. 80mm Durchmesser), die ihnen hohe Geschwindigkeiten ermöglichen. Der Nachteil ist jedoch, dass man auf ihnen nicht mehr so wendig ist. Wer jedoch auf einen neuen Streckenrekord aus ist, den wird die geringere Wendigkeit vermutlich nicht weiter stören.
Aggressive-Rollen haben eine flache Auflagefläche (Flat-Top), während Fitness-Rollen eher spitz zulaufen. Die flache Auflagefläche bietet eine höhere Stabilität, unter anderem bei der Landung von Sprüngen. Die spitzen Fitness-Rollen minimieren hingegen die Auflagefläche, wodurch weniger Reibung entsteht und höhere Geschwindigkeiten erreicht werden können.
Spacer sind Abstandshalter. Bei Inline Skates gibt es zwei Arten von Spacern. Einerseits die Spacer, die sich im Inneren des Rollenkerns als Abstandhalter zwischen den beiden Kugellagern befinden, andererseits die so genannten "Frame-Spacer", die einen kleinen Abstand von den Kugellagern zum Frame herstellen.
Es gibt sie aus Plastik und Metall. Der Nachteil der Plastik-Variante ist, dass sie sich beim Anziehen der Achsschraube leichter zusammendrücken lassen. Dieses ist kaum merklich, reicht jedoch aus, einen zusätzlichen Widerstand durch Reibung verursachen. Daher ist die Verwendung von Metallspacern nicht verkehrt. Sollte man Skates mit Plastikspacern besitzen, kann man sie, sofern man möchte, beim ersten Rollen- und Kugellagerwechsel gegen identisch geformte aus Metall tauschen. Achtung: Jeder Skatehersteller hat seine eigenen Vorstellungen, wie Spacer auszusehen haben. Besonders Frame-Spacer passen oft nur zu den Modellen eines Herstellers oder sogar nur zu einer bestimmten Serie. Hier sollte man beim Kauf lieber genau Nachfragen, bevor man etwas Falsches erwirbt.
Es gibt eine große Menge an Zubehör. Deswegen soll hier nur auf eine kleine Auswahl eingegangen werden:
Beim Skaten setzt man sich Risiken aus. Daher ist Schutzkleidung sehr wichtig. Beachtet man dies und trägt seine Schützer, ist es jedoch nicht so gefährlich, wie man beim Lesen des folgenden Abschnitts denken könnte.
Die richtige Schutzausrüstung ist besonders für Anfänger wichtig! Aber auch geübte Skater tun sich einen Gefallen, immer mit einer kompletten Schutzausrüstung zu skaten, da jederzeit unvorhersehbare Ereignisse eintreten können! Diese können auch durch Fremdeinwirkung verursacht werden und sich außerhalb des eigenen Einflussbereiches befinden. Da nützt es nichts, besonders gut skaten zu können.
Die Geschwindigkeit, die mit Inline-Skates leicht erreicht wird, kann bei Stürzen und Zusammenstößen erhebliche Verletzungen verursachen. Neben Abschürfungen sind auch Knochenbrüche ohne geeignete Schutzmaßnahmen nicht auszuschließen. Man kann sehr schnell seine Fähigkeiten überschätzen!
Eine komplette Schutzausrüstung besteht aus:
Schützer sind ein sehr wichtiger Teil der Ausrüstung und sollten bereits beim Kauf der ersten Inline-Skates fest eingeplant werden. Dies ist ein Bereich, in dem man nicht mit Geld sparen und den Kauf von Schützern auf Später verschieben sollte. Die eigene Gesundheit sollte es einem wert sein. Schoner müssen, genau wie Skates, passen und bequem sitzen, damit sie auch getragen werden. Für Fitness-Skater gibt es komplette Sets, bestehend aus Knieschützern (Kneepads), Handgelenkschützern (Writsguards) und Ellbogenschützern (Ellbowpads). Zusätzlich dazu sollte auch ein Helm erworben und getragen werden.
Für Aggressive-Skater gibt es spezielle Halfpipe-Helme, die den Hinterkopf stärker umschließen. Diese sollten beim Aggressive-Skaten den herkömmlichen Helmen für Fintess-Läufer vorgezogen werden. Nie ohne Helm in der Halfpipe fahren! Weiterhin sind für Aggressive-Skater spezielle, besser gepolsterte, Kneepads empfehlenswert. Dies ist vor allem beim Skaten in einer Halfpipe sinnvoll, da man das ein oder andere Mal außerplanmäßig die Rampe auf Knien herab rutschen wird. Es gibt auch Knieschoner, die unter einer langen Hose getragen werden können.
Aggressive-Schützer sind leider teurer als die Standard-Versionen für Fitness-Skater, aber die Anschaffung ist sinnvoll. Wer dicke Kneepads nicht gerne unter oder über seiner Hose trägt, kann auf Unterziehschützer ausweichen, die einen Kompromiss aus Sicherheit und Komfort darstellen.
Diese Entscheidung kann aufgrund der Modellvielfalt nicht einfach getroffen werden. Daher sind die folgenden Anmerkungen eher als Hinweise zu sehen.
Ich habe noch keine Erfahrung mit Inline-Skates, würde es aber gerne ausprobieren. Ich weiß noch nicht, wie lange ich beim Skaten bleibe.
In diesem Fall sind Fitness-Skates eine gute Wahl. Dies gilt auch für Eisläufer, die "reinschnuppern" möchten.
Ich besitze noch keine Skates, würde das Skaten aber gerne erlernen. Bei mir befinden sich in der Nähe eine Skate-Anlage mit Rampen (Miniramp, Halfpipe, usw.), auf der ich auch gerne üben würde.
Preisgünstigere Aggressive-Skates, evtl. auch die Auslaufmodelle aus dem letzten Jahr sind hierfür eine gute Wahl.
Ich möchte gerne längere Touren zur Verbesserung meiner Fitness fahren. Ich habe Spaß daran, Wege zügig entlang zu gleiten.
Hierfür sind Fitness-Skates der mittleren bis gehobenen Preisklasse geeignet. Sie bieten einen hohen Komfort beim Tragen und man kann mit ihnen zügig unterwegs sein.
Ich möchte vorwiegend in Skateparks skaten.
Die Wahl sollte hier auf ein paar Aggressive-Skates fallen.
Inline-Skates werden in vielen unterschiedlichen Geschäften angeboten. Wichtig ist eine gute Auswahl an Modellen und eine fachgerechte Beratung durch das Verkaufspersonal, welches sich für einen Kunden Zeit nehmen und all seine Fragen geduldig beantworten sollte.
Es gibt eine Reihe von Fachgeschäften für Inline-Skates, in denen man gut beraten wird. Wenn solch ein Laden in der Nähe ist, so sollte er unbedingt aufgesucht werden. Auch einige allgemeine Sportartikelhändler haben Inline-Skates in ihr Programm aufgenommen. Sinnvoll ist ein Fachgeschäft für Erstkäufer schon wegen der dort zu erhoffenden Beratung.
Auch in einigen Kaufhäusern gibt es Sportabteilungen mit einem aktuellen Sortiment an Inline-Skates und einer guten Beratung. Viele Erstkäufer gehen daher in ein Kaufhaus oder größeres Sportgeschäft, wenn sie kein Fachgeschäft für Inline-Skates kennen.
Es ist wichtig, dass das Geschäft eine gut sortierte Palette unterschiedlicher Skates diverser Hersteller führt und sich nicht auf eine kleine Auswahl beschränkt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Modelle aller Hersteller am Lager sein müssen. Ein guter Händler wird eine Vorauswahl getroffen und Modelle aus allen Preisklassen in sein Programm aufgenommen haben.
Ein guter Verkäufer wird auch nachfragen, wie sein Kunde die Inline-Skates einsetzen möchte und ihn bei der Auswahl eines passenden Modells beraten. Beim Anprobieren sollte man sich nicht drängen lassen, sondern in Ruhe testen, bis man das optimale Paar Inline-Skates für seine Füße gefunden hat, denn wenn ein Skate drückt, scheuert oder insgesamt schlecht sitzt und dadurch Schmerzen bereitet, macht Inline-Skaten es keinen Spaß.